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Klassische Genetik und Zellteilung · Hessen 9.4

Vererbung — Mendel, Mitose, Meiose

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✦Stell dir vor …

Du siehst dir Babyfotos deiner Eltern an. Plötzlich erkennst du dein eigenes Gesicht — dieselbe Nase, dieselbe Mund-Form, dieselben Augenfarben. Und in deinen Großeltern-Fotos das gleiche. Wie kann das sein? Wie weiß deine Nase, dass sie nicht der ihre wird, sondern deine? Die Antwort ist 1,5 Meter lang und so dünn, dass du sie nie siehst — in jeder einzelnen deiner 37 Billionen Zellen liegt die ganze Bauanleitung deines Körpers. Ein Mönch in Tschechien fand schon 1865 heraus, wie sie sich vererbt — mit Erbsen.

Vererbung — Wie Eigenschaften von Eltern auf Kinder kommen

Vererbung ist die Weitergabe von Eigenschaften (Aussehen, Stoffwechsel, Krankheiten) von Eltern auf Kinder. Sie funktioniert über die DNA — ein Riesenmolekül in der Form einer Doppelhelix.
Die DNA ist verpackt in Chromosomen. Beim Menschen gibt es 23 Paare = 46 Chromosomen pro Zelle. Eines aus jedem Paar kommt vom Vater, eines von der Mutter.

Gregor Mendel — der Mönch mit Erbsen

Gregor Mendel (1822–1884) war ein Augustinermönch im heutigen Tschechien. In seinem Klostergarten züchtete er Erbsen-Pflanzen und beobachtete, wie sich Eigenschaften vererben. Was er dabei herausfand, war revolutionär — wurde aber erst 35 Jahre nach seinem Tod richtig verstanden.
Warum Erbsen? Weil sie nur 7 Eigenschaften haben, die klar trennbar sind: lila/weiße Blüten, glatte/runzelige Samen, große/kleine Pflanzen. Und weil man sie kontrolliert bestäuben kann.

Mendels drei Regeln

Regel 1: Uniformitätsregel

Wenn du zwei reinerbige Pflanzen kreuzt (z.B. rot × weiß), sind alle Nachkommen gleich (uniform). Aber nicht eine Mischung — sie sind rot. Die rote Eigenschaft ist dominant, die weiße rezessiv.
  • Dominant (großer Buchstabe R): setzt sich durch.
  • Rezessiv (kleiner Buchstabe r): verschwindet, ist aber noch da.

Regel 2: Spaltungsregel

Wenn du diese mischerbigen Nachkommen (Rr) miteinander kreuzt, ist die Enkelgeneration gespalten: 3 rot : 1 weiß.
Elternteil 1Rr(mischerbig)Elternteil 2Rr(mischerbig)×RrRrRRrotRrrotRrrotrrweißVerhältnis: 3 rote : 1 weiße Blüte (3 : 1)Mendels 2. Regel (Spaltungsregel)

Beispiel: Rr × Rr (zwei mischerbige Eltern, R=rot dominant, r=weiß rezessiv). Aus den 4 möglichen Kombinationen ergibt sich das berühmte 3:1-Verhältnis bei den Nachkommen.

Das Punnett-Quadrat zeigt, wie sich die Gene aufteilen können. Bei Rr × Rr ergibt sich das 3:1-Verhältnis.

👆 Probier es aus — zum Verstehen

G = gelb (dominant)g = grün (rezessiv)

Wähle eine Kreuzung der Erbsen-Samenfarbe und baue das Kreuzungsschema auf.

Quellen für dieses Modul

  • Wikimedia Commons (CC-BY-SA)
  • Wikimedia Commons (CC-BY-SA)
  • Wikimedia Commons (Public Domain)
  • Wikimedia Commons (CC-BY-SA)
  • Wikimedia Commons (CC-BY-SA)
  • Wikimedia Commons (CC-BY-SA)
  • Wikimedia Commons (CC-BY-SA)
  • Wikimedia Commons (CC-BY-SA)
  • Biologie - simpleclub via YouTube (YouTube embed)
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